Mehr als Kaffee. Eine Geschichte von Menschen, Wald und Zukunft.

Hinter jedem Sheka Forest Coffee steht eine Vision: den Menschen in der Sheka-Region eine Perspektive zu geben – durch fairen Handel, Bildung und den Schutz ihres einzigartigen Lebensraums. Was als humanitäres Engagement eines einzelnen Mannes begann, ist heute ein Netzwerk aus Projekten, das Hunderttausende Menschen erreicht. Wir von Sheka Trade sind stolz, Teil dieser Bewegung zu sein.

Von der Kaffa-Region nach Braunschweig – und zurück

Dr. Kifle Tondo wurde in der Kaffa-Region Äthiopiens geboren – dem Ursprungsland des Kaffees. 1982 kam er nach Deutschland, studierte Medizin an der Universität zu Köln und spezialisierte sich auf Herzchirurgie. Seit 2001 arbeitet er am Städtischen Klinikum Braunschweig als Herzchirurg.

Doch seine Heimat ließ ihn nie los. Die zunehmende Abholzung des Urwalds in der Sheka-Region, die wachsende Armut und der Mangel an Bildung und medizinischer Versorgung motivierten ihn zum Handeln. Gemeinsam mit seiner Frau Hargewine gründete er die VISION + TRUST GmbH & Co. KG und rief die Marke Sheka Forest Coffee ins Leben – mit dem Ziel, den Menschen vor Ort eine ökonomische Perspektive zu bieten und gleichzeitig den Regenwald zu schützen.

Parallel dazu initiierte Dr. Tondo das Projekt „Heart for Ethiopia": Seit 2004 reisen Herzchirurgen, Pflegekräfte und Kardiotechniker vom Klinikum Braunschweig regelmäßig nach Addis Abeba – ehrenamtlich, in ihrem Jahresurlaub –, um herzkranke Kinder und junge Erwachsene am offenen Herzen zu operieren. Ohne diese Hilfe hätten viele von ihnen keine Zukunft.

Enat Afer – Schutz für Äthiopiens tropische Wälder

„Enat Afer" bedeutet auf Amharisch „Mutter Erde". Der gleichnamige gemeinnützige Verein wurde 1997 in Göttingen von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und Fachrichtungen gegründet – parteipolitisch und konfessionell ungebunden, mit einem klaren Ziel: den Schutz und Erhalt der tropischen Wälder Äthiopiens.

Die Ausgangslage war alarmierend. Jedes Jahr verschwinden Millionen Hektar Tropenwald weltweit durch Abholzung und Brandrodung. In Äthiopien sind die Waldflächen auf unter drei Prozent der Landesfläche geschrumpft – mit katastrophalen Folgen für Klima, Biodiversität und die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung.

Enat Afer setzt dort an, wo der Wandel beginnen muss: bei den Menschen vor Ort. Der Verein verfolgt das Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe" und ist aktiv in vielen Bereichen:

  • Waldschutz & Aufforstung: Forschung, Aufklärung und aktiver Schutz des einheimischen Forstbestandes und der Biodiversität
  • Modernisierung der Imkerei: Ausbildung und Beratung für nachhaltige Honigproduktion – eine wichtige Einkommensquelle neben dem Kaffee
  • Lehmbautechnik: Ausbildung und Mikrokreditprogramme für ökologisches Bauen
  • Frauenförderung: Aus- und Weiterbildung in einkommensschaffenden Tätigkeiten
  • Unterstützung von Jäger- und Sammlergruppen: Einführung in nachhaltige Landwirtschaft als Alternative
  • Bildung & Gesundheit: Bereitstellung von Lehr- und Fachpersonal, Lehrmaterialien und Förderung von Schulumwelt-Clubs
  • Regenerative Energie: Förderung und Nutzung von Solarenergie

Die Philosophie von Enat Afer ist klar: Dem Land und seinen Menschen ist nur geholfen, wenn sie selbst anpacken und ihre Zukunft gestalten können. Der Verein ist vor Ort, kennt die Menschen und ihre Sorgen – und gibt ihnen die Werkzeuge, die sie brauchen.

Bildung als Fundament – Das Gecha Schulprojekt

Obwohl in Äthiopien offiziell Schulpflicht herrscht, ist das Bildungssystem gerade in den ländlichen Gebieten dramatisch unterversorgt. In der Sheka-Region waren laut Schätzungen etwa 65 Prozent der Erwachsenen Analphabeten. Das hat unmittelbare Folgen: Wer nicht lesen und schreiben kann, hat kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.

Das Beispiel der Stadt Gecha zeigt das Problem besonders deutlich: Rund 1.450 Schülerinnen und Schüler besuchen dort die Klassen 9 bis 12 – doch zuletzt hat nur ein einziger Schüler die Zugangsprüfung zur Universität bestanden. Die Ursachen liegen auf der Hand: unqualifizierte Lehrkräfte, fehlendes Schulmaterial, kein naturwissenschaftlicher Unterricht mangels Ausstattung, keine Computer – und selbst wenn es welche gäbe, fehlt die Stromversorgung.

Sheka Forest Coffee hat deshalb ein umfassendes Schulprojekt in Gecha ins Leben gerufen. Es umfasst den Bau einer Schule mit Campus und der gesamten notwendigen Infrastruktur:

  • Elektrizitätsversorgung und Trinkwasser
  • Gesundheitsversorgung für Schüler und Gemeinde
  • Eine Bibliothek und moderne Unterrichtsräume
  • Geeignete Lehr- und Lernmaterialien
  • Naturwissenschaftliche Ausstattung

Die architektonische Planung übernahm das Büro von Dipl.-Ing. Andreas von Unruh aus Bielefeld. Finanziert wird das Gecha Schulprojekt unter anderem durch die Erlöse des Sheka Forest EDUcation COFFEE – ein Projektkaffee, bei dem jede verkaufte Tasse direkt in die Bildung der nächsten Generation fließt.

Die Ergebnisse der Bildungsoffensive in der Region sind bereits sichtbar: Über 3.000 Absolventinnen und Absolventen haben seit den Anfängen des Engagements einen Bachelor-, Master- oder sogar Doktortitel erlangt – in einer Region, die noch vor wenigen Jahrzehnten kaum Universitätsabsolventen kannte. Heute unterstützen mehr als 120 Studierende in den Sommerferien freiwillig und kostenlos Schulkinder mit Nachhilfeunterricht.

Jede Tasse zählt.

Wenn du Sheka Forest Coffee trinkst, tust du mehr als nur guten Kaffee genießen. Du unterstützt ein Projekt, das den Menschen in der Sheka-Region gehört. Alle beteiligten Kaffeebauern verpflichten sich, mindestens 50 Prozent des natürlichen Urwaldes zu erhalten oder aufzuforsten und keine synthetischen Pestizide oder Düngemittel einzusetzen. Kinderarbeit wird zu 100 Prozent ausgeschlossen.

Fairer Handel, Schutz eines UNESCO-Biosphärenreservats, Zugang zu Bildung und medizinischer Versorgung – all das steckt in jeder Tasse. Hilfe, die ankommt. Und schmeckt.

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