Bildung als Fundament – Das Gecha Schulprojekt
Obwohl in Äthiopien offiziell Schulpflicht herrscht, ist das Bildungssystem gerade in den ländlichen Gebieten dramatisch unterversorgt. In der Sheka-Region waren laut Schätzungen etwa 65 Prozent der Erwachsenen Analphabeten. Das hat unmittelbare Folgen: Wer nicht lesen und schreiben kann, hat kaum Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben.
Das Beispiel der Stadt Gecha zeigt das Problem besonders deutlich: Rund 1.450 Schülerinnen und Schüler besuchen dort die Klassen 9 bis 12 – doch zuletzt hat nur ein einziger Schüler die Zugangsprüfung zur Universität bestanden. Die Ursachen liegen auf der Hand: unqualifizierte Lehrkräfte, fehlendes Schulmaterial, kein naturwissenschaftlicher Unterricht mangels Ausstattung, keine Computer – und selbst wenn es welche gäbe, fehlt die Stromversorgung.
Sheka Forest Coffee hat deshalb ein umfassendes Schulprojekt in Gecha ins Leben gerufen. Es umfasst den Bau einer Schule mit Campus und der gesamten notwendigen Infrastruktur:
- Elektrizitätsversorgung und Trinkwasser
- Gesundheitsversorgung für Schüler und Gemeinde
- Eine Bibliothek und moderne Unterrichtsräume
- Geeignete Lehr- und Lernmaterialien
- Naturwissenschaftliche Ausstattung
Die architektonische Planung übernahm das Büro von Dipl.-Ing. Andreas von Unruh aus Bielefeld. Finanziert wird das Gecha Schulprojekt unter anderem durch die Erlöse des Sheka Forest EDUcation COFFEE – ein Projektkaffee, bei dem jede verkaufte Tasse direkt in die Bildung der nächsten Generation fließt.
Die Ergebnisse der Bildungsoffensive in der Region sind bereits sichtbar: Über 3.000 Absolventinnen und Absolventen haben seit den Anfängen des Engagements einen Bachelor-, Master- oder sogar Doktortitel erlangt – in einer Region, die noch vor wenigen Jahrzehnten kaum Universitätsabsolventen kannte. Heute unterstützen mehr als 120 Studierende in den Sommerferien freiwillig und kostenlos Schulkinder mit Nachhilfeunterricht.